Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS)

Lese-Rechtschreibschwierigkeiten gehören zu den häufigsten Entwicklungsstörungen mit oft chronischem Verlauf. In Deutschland hat ca. jedes fünfte Kind große Schwierigkeiten mit dem Erlernen des Lesens und Schreibens. Betroffene sind weder minderbegabt noch lernfaul, oft strengen sie sich ganz besonders an. Lese-Rechtschreibschwierigkeiten wachsen sich nicht einfach aus, sondern bleiben ohne gezielte Unterstützung über die gesamte Entwicklung hinweg sehr stabil.

 

Lese-Rechtschreibschwierigkeiten werden auch als Lese-Rechtschreibschwäche, -störung, Legasthenie oder Dyslexie bezeichnet. Egal welcher Begriff gewählt wird, durch frühzeitiges Erkennen und behandeln erhält der Betroffene neue Chancen.

Buchstabenspiel - Förderung bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS)
Förderung bei Lese-Rechtschreibschwierigkeiten (LRS)


Erscheinungsbild

Beim Lesen ist häufig zu beobachten:

  • eine niedrige Lesegeschwindigkeit
  • undeutliches, ratendes Lesen
  • häufiges Verlieren der Zeile im Text
  • Verwechslung ähnlich klingender Laute
  • Vertauschen, Auslassen oder Hinzufügen von Wörtern,  bzw. Buchstaben

Hierdurch entstehen Probleme im Leseverständnis.
Der leseschwache Schüler ist oft nicht fähig das Gelesene wiederzugeben, daraus Schlüsse zu ziehen oder Zusammenhänge zu sehen. Eine vorgeschriebene Aufgabe allein nach Leseverständnis auszuführen endet dadurch meist fehlerhaft. Dabei hätte sie von der kognitiven Leistung des Kindes richtig bearbeitet werden können.

In der Rechtschreibung sind die Schwierigkeiten gekennzeichnet durch:

  • Auslassungen, Verwechslungen, Umstellungen von Buchstaben und Silben
  • hohe Fehlerzahl beim Abschreiben von Texten
  • Schwierigkeiten bei der Groß- und Kleinschreibung
  • Verwechslung ähnlicher Buchstaben und Laute, z.B. (b/p), (t/d), (m/n/w)
  • das selbe Wort wird immer wieder neu gelesen und unterschiedlich geschriebenen
  • die Fehlerdichte nimmt mit der Länge des Textes zu
  • häufig schlecht lesbare Handschrift
  • geringe Motivation beim Schreiben, ermüdet schnell


Alle Kinder, die das Lesen und Schreiben erlernen, machen anfänglich Fehler in verschieden starkem Ausmaß. Bei den meisten Kindern werden die Probleme jedoch weniger und verschwinden schließlich weitgehend.

 

Kinder mit einer LRS machen die Fehler wesentlich häufiger und die Probleme bleiben über lange Zeit stabil. So geschieht es z. B. das ein und dasselbe Wort immer wieder unterschiedlich falsch geschrieben wird.



Mögliche Folgeerscheinungen

Bis eine LRS festgestellt ist, vergeht leider oft wertvolle Zeit für das Kind und seine Familie mit dem Ergebnis, dass das Kind negative Lern- und Selbstwerterfahrungen gemacht hat.

 

Bedenkt man, dass viele Kinder vor der Diagnosestellung LRS bereits Logopädie, Ergotherapie, Nachhilfe, etc. hinter sich haben, wird nachvollziehbar wie wichtig es ist, ihre Stärken zu würdigen und für die Förderung des Schriftspracherwerbs zu nutzen.

Oft führen Teilleistungsschwächen wie die LRS zu psychischen und sozialen Beeinträchtigungen.

Durch wenig Selbstwertgefühl und mangelndes Selbstbewusstsein, das Vergleichen mit den schneller lernenden Mitschülern, sinkt die Lernmotivation und das Vertrauen in die eigene Leistung immer mehr. Manche Kinder entwickeln Konzentrationsschwierigkeiten oder allgemeine Lernprobleme. Körperliche Symtome wie Bauch- und Kopfschmerzen und emotionale Symtome wie Versagens- und Schulangst lassen sich beobachten.

 

Im Hinblick auf die schulische Entwicklung besteht die Gefahr, dass die Kinder nicht nur im Fach Deutsch sondern auch in anderen Fächern nicht die Leistung erzielen, die sie eigentlich erbringen könnten. Untersuchungen haben gezeigt, dass Personen mit LRS im Vergleich zu ihren allgemeinen kognitiven Fähigkeiten ein geringeres Schulabschlussniveau erreichen und oftmals einen niedrigeren Berufsausbildungsabschluss anstreben.



Lese- und Rechtschreibförderung

Bleiben konstant Probleme beim Erwerb der Schriftsprache bestehen, so empfiehlt es sich so frühzeitig wie möglich mit einer individuellen Förderung zu beginnen. Bei der Förderung setze ich an den aktuellen Lese- und Rechtschreibfertigkeiten des Kindes an und baue diese schrittweise auf. Auch stark beeinträchtigte Kinder verfügen über Kompetenzen und es ist wichtig, sie ihnen deutlich zu machen.

Nach einer Lernstandsdiagnose werden weitere Schritte geplant, die es dem Kind ermöglichen Fortschritte zu erzielen. Ich nutze vielfältige und bewährte Trainingsprogramme ebenso wie selbsterstelltes Material. Eine reichhaltige Literaturauswahl sowohl für ungeübte als auch geübtere Leser steht jedem Kind zur Verfügung.

 

Während der Arbeit am Lese- und Schreibvorgang vermittle ich den Kindern Lernstrategien, die ihnen die Aneignung und Umsetzung des Gelernten erleichtern.

 

Die LRS-Förderung beginne ich mit jedem Kind in der Einzelförderung. So kann ich den Entwicklungsstand, persönliche Vorlieben und Interessen berücksichtigen. Bei manchen Kindern ist der Leidensdruck sehr groß und das Selbstvertrauen sehr klein.

 

Nach Berücksichtigung des Kompetenzaufbaus und den Förderzielen kann die Einzelförderung in eine Paar- oder Kleingruppenförderung mit bis zu drei Kindern erweitert werden. Kinder können sehr wertschätzend und motivierend miteinander umgehen. Das Verständnis füreinander in einer ähnlichen Lage zu sein kann Brücken bauen.



Gemeinsam für Ihr Kind

In regelmäßig stattfindenden Entwicklungsgesprächen werden die Eltern informiert und beraten. Mit Zustimmung der Sorgeberechtigten findet bei Bedarf Austausch und Kooperation mit weiteren Fachgruppen statt, z.B. Kinderärzten, Logopäden, Therapeuten. Eine gute Transparenz  zwischen Eltern, Schule und außerschulischer Fördermaßnahme ist für mich selbstverständlich. Gemeinsam werden praktische Unterstützungsmaßnahmen und die emotionale Befindlichkeit des Kindes thematisiert.

 

Ich informiere Sie gerne bei einem kostenfreien Erstgespräch.